Folge 2: Wie sportlich sind wir in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Nadine Wenigmann?
Shownotes
Der #wiederbunt-Podcast entsteht im Auftrag der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder.
Host: Marius Reichert Produktion: André Schild für Bionic Ballroom Redaktion: Katharina Herrscher, Christin Pawlik und Celina Tesche von der Ahrtal Marketing GmbH
Fragen, Wünsche, Anregungen an das #wiederbunt-Team? Gerne an wiederbunt@ahrtal.de
Weitere Infos zum Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler unter wiederbunt.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Stellt euch mal vor, ihr steht auf einem Sportplatz in unserer Stadt und unter euren Füßen.
00:00:12: Da liegt derselbe Rasen, auf dem auch die Stars des FC Liverpool spielen, das klingt
00:00:17: verrückt, oder?
00:00:18: Was dahinter steckt, das hört ihr gleich, denn in unserer zweiten Folge von Widerbund
00:00:22: nehmen wir euch mit zu den Sportanlagen der Stadt.
00:00:25: Viele sind nach der Flut komplett neu entstanden, andere werden nach umfangreichen Wiederaufbauarbeiten
00:00:31: gerade fertig gestellt.
00:00:32: Wir sind beim Tennis, beim Fußball und besprechen auch mit einem Influencer aus der Stadt, der
00:00:38: gleichzeitig Weltrekordhalter ist.
00:00:40: Ich bin Marius Reicher und freue mich, dass ihr dabei seid.
00:00:47: Herzlich Willkommen Nadine Wenigmann, schön, dass du da bist.
00:00:50: Ja, vielen Dank, ich freue mich auch sehr, hier zu sein.
00:00:52: Cool, das freut mich und wir haben uns schon kennengelernt, wir sind auch beim Du und vielleicht
00:00:57: ist der aufgefallen, das gehört jetzt schon zum Running Gag, ich habe keine Schuhe mehr
00:01:00: an.
00:01:01: Oh nee.
00:01:02: Weißt du, warum?
00:01:03: Nein, das ist mir nicht so.
00:01:04: Weil das viel bequemer ist.
00:01:05: Du hast jetzt noch die Möglichkeit, die Schuhe auszuziehen, dann wirkt es noch viel gesprächtig.
00:01:08: Und sie macht es, sie zieht sie wirklich aus, so fühlt sich das jetzt besser an.
00:01:12: Ja.
00:01:13: Sehr schön.
00:01:14: Sag mal, du hast sehr viel mit Sport zu tun, in deiner Rolle, auf die wir gleich noch
00:01:17: kommen, in dem was du getan hast, aber so ganz privat, um dich ein bisschen besser
00:01:21: kennenzulernen, was machst du da am liebsten für Sport?
00:01:24: Also ich habe 20 Jahre Fußball gespielt und habe das auch sehr genossen und mittlerweile
00:01:30: als Mutter von zwei Kindern ist es dann doch praktischer joggen zu gehen und ins Fitnessstudio
00:01:37: zu gehen, weil man einfach nicht so an Zeiten gebunden ist und das Familienleben darin besser
00:01:42: integrieren kann.
00:01:43: Also die Frauenfußball-EM auch verfolgt?
00:01:46: Ja, ein Stück weit, insofern wie es möglich ist, aber doch, man kann stolz auf sie sein.
00:01:53: Absolut.
00:01:54: Nadine, wir lernen dich jetzt noch mal ein bisschen genauer kennen, wie alle Gäste hier
00:01:58: hast auch du einen Steckbrief.
00:02:00: Nadine Wenigmann ist im Einsatz für Kinder und Familien im Stadtgebiet.
00:02:06: Als Projektleiterin beim gemeinnützigen Verein "Die Arche" hat sie zahlreiche Projekte ins
00:02:12: Leben gerufen und umgesetzt.
00:02:13: Darunter den Wiederaufbau von Spielplätzen in stark betroffenen Stadtteilen.
00:02:17: Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit
00:02:23: einer Landesverdienstmedaille.
00:02:25: Aktuell kümmert sie sich bei der Stadtverwaltung etwa um Sportanlagen.
00:02:29: So, wieder bunt der Podcast, wir haben zu Gast Nadine Wenigmann von der Stadtverwaltung.
00:02:41: Da müssen wir aber noch mal klären, wie bist du da überhaupt hingekommen, denn man kannte
00:02:46: dich ja hier vor allem eben vom Verein "Die Arche".
00:02:48: Ja, genau.
00:02:49: Ich habe BWL studiert und habe zur Zeit der Flut noch im Krankenhaus im Qualitätsmanagement
00:02:57: gearbeitet und habe in der Nacht den Bürgermeister von Riemann kennengelernt und konnte nach
00:03:04: der Flut über diesen Kontakt zur Stadt aufnehmen, um ehrenamtlich dann die Spielplätze wieder
00:03:10: aufzubauen.
00:03:11: Das ging relativ schnell und unkompliziert.
00:03:13: Zwei Tage nach meiner Anfrage stand ich am Mitarbeiter im Spielplatz, weil ich in der
00:03:19: Nähe in Arbeiterwohnen gesehen habe und festgestellt habe, dass der vielleicht mit wenig Arbeit
00:03:25: wieder herzustellen wäre und dann haben wir ganz viele Helfer organisiert und mit Aufruf
00:03:32: in den sozialen Medien konnten wir nach weniger als drei Monaten den ersten Spielplatz wieder
00:03:36: aufbauen.
00:03:37: Und so hat sich das halt entwickelt, dass die Aufmerksamkeit da ziemlich schnell auf
00:03:42: mir als Person lag, was mir ein bisschen unangenehm war, weswegen ich dann der Arche beigetreten
00:03:47: bin, weil mit so vielen Helfern und so viel Geld braucht man ja auch quasi eine Verwaltung
00:03:52: hinter sich.
00:03:53: Und ja, das war dann mit der Arche gut möglich und so konnten wir halt in einem Jahr fünf
00:03:59: Spielplätze wieder aufbauen, in Kooperation mit einem anderen Verein den Indoor-Spielplatz
00:04:04: aufbauen.
00:04:05: Und ja, dann kamen die Stellenanzeige der Stadt Bad Neuner-Ahrweiler für die stellvertretende
00:04:10: Abteilungsdeitungen, für Generationen, Sport und Kultur und ja, da ich mein Leben lang Sport
00:04:16: gemacht habe und mir die Kinder sehr wichtig sind, insbesondere hier in der Stadt, habe
00:04:20: ich gedacht, das ist eigentlich die Stelle.
00:04:22: Ich war sehr glücklich, als ich dann zum 1.
00:04:24: September 22 bei der Stadt als Mitarbeiterin eingestellt worden bin.
00:04:28: Was du da genau machst und auch schon erreicht hast, darauf schauen wir später nochmal.
00:04:31: Du hast gesagt, fünf Spielplätze und das hatte auch einen Grund, weil du wahrgenommen
00:04:36: hast, da sind Kinder dabei, die gerade das brauchten, so einen Ort, wo sie sich austoben
00:04:42: können.
00:04:43: Ja, genau.
00:04:44: Also wir wohnen 20 Meter von den Geschehnissen der Flut entfernt, weswegen ich dann für
00:04:50: mich gedacht habe, wir haben ja immens Glück, bei so einem großen Ereignis nicht davon
00:04:58: betroffen zu sein, aber dennoch wollte ich gerne, dass die Stadt schnell wieder lebensfähig
00:05:03: ist, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen, die ja selber im Prinzip nicht die Möglichkeit
00:05:08: haben, Entscheidungen zu treffen, gehe ich jetzt hier weg aus dieser Stadt oder nicht,
00:05:12: die sind ja quasi an die Gegebenheiten eher gebunden und da haben wir dann den ersten
00:05:17: Spielplatz relativ schnell wieder aufbauen können.
00:05:19: Ich habe es eben schon erwähnt, relativ nah an meinem Zuhause dran.
00:05:23: Das Bewusstsein war ja da, dass es im Prinzip im ganzen Stadtgebiet und auch darüber hinaus
00:05:27: passiert ist, weswegen wir dann unterschiedliche Stadtteile mit involviert haben.
00:05:33: Wir haben beispielsweise in Wahlprozahlen einen Spielplatz geschaffen, wo ein Spielgerät
00:05:38: ist, was auch Traumatherapie oder Traumabewältigung in die Wege leitet, da muss man mittels Podest
00:05:45: durch die Duftschweben und seine Ängste so überwinden.
00:05:47: Das war sehr schön, dann haben wir in Aweiler auch einen Spielplatz geschaffen, das war
00:05:52: der erste Nachhaltigkeitsspielplatz, der zu 70 Prozent aus recycelten Spielgeräten
00:05:57: besteht.
00:05:58: Da wollten wir auch nochmal ein Zeichen setzen, das habe ich mal aufgeschnappt nach dieser
00:06:03: Flut, haben wir in Binnen einer Nacht quasi über 30 Jahre Müll geschaffen und da versucht
00:06:12: man ja schon irgendwie entgegenzuwirken und will ja irgendwie ein Stück weit mitwirken,
00:06:17: dass es besser wird und wenn man da die Möglichkeit hat, mit ein paar Euro mehr, ein Nachhaltigkeitsspielplatz
00:06:22: zu gestalten, dann macht man das.
00:06:25: Ganz wichtig für dich sind aber auch die Sportplätze und andere Anlagen hier in der Stadt.
00:06:30: Wir sind jetzt Ende August, was kannst du uns denn da vermelden?
00:06:34: Was ist in der Mache, wo stehen wir, wo, Stichwort Skateranlage, Bachem etc.
00:06:39: Genau, also nachdem die Spielplätze dann abgeschlossen oder was heißt abgeschlossen, aber eine Vielzahl
00:06:44: an Spielplätzen wieder aufgebaut war, war es ja auch wichtig, die Jugend in den Blick
00:06:48: zu nehmen und da sind Spielplätze natürlich nicht mehr die richtige Fläche.
00:06:53: Sportlich gesehen ist in der Stadt oder sind in der Stadt von sieben Sportplätzen sechs
00:06:58: zerstört worden, der einzig noch übrig gebliebenen Sportplatz war der an Heimersheim und da konnten
00:07:04: wir dann im Mai 23 schon den, wir nennen es Mittelplatz, also es ist der mittlere Platz
00:07:10: im Apollinaris-Stadion wiederherstellen.
00:07:13: Ein Jahr später ist dann der Hauptplatz im Apollinaris-Stadion fertig geworden, das
00:07:18: ist der Platz, wo auch die Tribünenanlage drin ist und die Laufbahn, auch im letzten
00:07:24: Jahr konnten wir einen Sportplatz wiederherstellen, das war der Sportplatz in Bachem, da war es
00:07:28: dann praktisch, dass wir im Prinzip die Stadt und auch die Vereine, also die gemeinnützigen
00:07:34: Vereine zusammenarbeiten, es war nämlich so, dass vom Land der Kunstrasenplatz nicht gefördert
00:07:40: war, das war vorher ein Arschepplatz, also ein Tennenbelag und der Wiederaufbaufonds hat
00:07:45: gesagt, Tennen ist nicht mehr zeitgemäß, aber Rasenplatz wäre möglich, aber aufgrund
00:07:51: der Tatsache, dass wir von sieben Sportplätzen sechs zerstört hatten, haben wir eine riesen
00:07:56: Belegung auf diesen einzelnen Plätzen und ein Rasenplatz, ich meine, man kennt es vom
00:08:01: eigenen Garten, wenn man da ein paar mal über dieselbe Stelle läuft, dann ist das, ist der
00:08:04: kaputt und beim Fußball ist es dann halt natürlich deutlich extremer, deswegen, wie gesagt, haben
00:08:11: wir eigentlich brauchen wir Kunstrasen und der ist aber teurer als Rasen und so konnten
00:08:15: wir mit einigen Vereinen und Institutionen einen Kunstrasen kaufen, der 300.000 Euro
00:08:23: gekostet hat und der ist vor allen Dingen so besonders, weil wir extra ein Eintofen waren
00:08:29: und uns den angeguckt haben, den haben auch Vereine wie Liverpool, ich glaube der Bundesliga-Verein
00:08:36: Bremen hat den jetzt...
00:08:38: Liverpool in Bad Neuenahr, ein bisschen rasen, habt ihr das da so gefühlt in Eintofen, habt
00:08:44: ihr da so geguckt, wie der aussieht?
00:08:46: Ja, genau, wir waren da, ich hatte Fußballschuhe an, es war ein Ström am Regnen und das ist
00:08:51: eigentlich das perfekte Wetter, um so ein Kunstrasen auszutesten, weil du einfach weißt, wie
00:08:55: dann der Ball läuft bei Extrembedingungen und es gab halt auch eine Präsentation, wo nochmal
00:09:00: dargestellt worden ist, dass der ja vor allen Dingen gelenkt schonend ist, also für Hüfte,
00:09:04: Knie, für Sprunggelenk, das heißt auch die ersten Mannschaften unserer städtischen Vereine
00:09:11: trainieren sehr gerne auf diesem Kunstrasen, weil auch mit Verletzungen haben sie die
00:09:14: Möglichkeit, diesen mitzunutzen, mein persönliches Ansinnen und ich glaube auch, dass vieler
00:09:19: anderer hier in der Stadt war, wenn wir schon diese Flut erleben mussten, dann dauern wir
00:09:24: nicht nur wieder auf, sondern dann wollen wir auch wirklich schöner wieder aufbauen und
00:09:27: ich denke, das ist uns unter anderem auch in Bachem sehr gut gelungen.
00:09:30: Das ist doch nochmal wichtig zu sagen, weil ja oft auch die Kritik kommt aus dem Wiederaufbau
00:09:33: von, da wird quasi nur der Status von vorher gefördert, aber es gibt also auch Möglichkeiten,
00:09:38: wo man sagt, es macht wirklich für die Zukunft Sinn, etwas anders zu machen und dann wird
00:09:42: es auch gefördert.
00:09:43: Genau, also es kommt immer darauf an.
00:09:45: Jetzt beim Kunstrasen habe ich ja eben erwähnt, da wäre es theoretisch rasend geworden, das
00:09:49: war für uns nicht praktikabel, deswegen haben wir da noch quersubventioniert mit anderen
00:09:53: Mitteln, aber was unter anderem gefördert wurde oder wird, sind LED-Flutlichtanlagen,
00:10:01: also vorher selbst, wenn es Halogen war, wenn die Elektrizität kaputt war und die Masken
00:10:07: im Prinzip als solche, dann wurde umgerüstet und das ist natürlich auch ein ziemlicher
00:10:13: Energieersparnis.
00:10:14: Absolut.
00:10:15: Wir waren gerade auch schon mal gedanklich im Apollonaris-Stadion, da erinnere ich mich
00:10:18: auch dran an SC07, damals SC13, später Schul-Sport, habe ich da auch gemacht und der ist wieder
00:10:27: fertig, die Anlage ist wieder fertig.
00:10:30: Wir haben uns das mal angeschaut, wir waren dabei bei einer Baustellenführung, da waren
00:10:36: ganz viele Interessierte, die sich einen Überblick verschaffen wollten zum Stand des Wiederaufbaus.
00:10:41: So, und dann lass uns doch einmal aufbrechen und uns die Maßnahme einmal anschauen, dann
00:10:46: können wir gemeinsam gucken, was wir hier verbessern konnten und los geht's.
00:10:50: Die 20 Teilnehmer schauen sich heute jeden Winkel des neuen Apollonaris-Stadions an.
00:10:55: Die meisten von ihnen kommen direkt aus Bad Neuenahr und sie sind begeistert.
00:11:00: Die neuen baulichen Maßnahmen, die dann auch gegen Hochwasser dann Resistenz sein sollen,
00:11:07: das ist ja eine gute Idee, weil die A ist so nah und wir hoffen natürlich, dass nicht
00:11:12: noch mal so eine Flut kommt, wie es war.
00:11:14: Also ich würde gerne hier noch mal Kind sein und hier loslegen, allein die Bahn hier und
00:11:19: alles und die Anlagen, die Toiletten und also ich kann nur bei neuner Begeisterung sagen,
00:11:25: toll, toll, was sie hier machen, wirklich super.
00:11:30: Das war natürlich eine harte Zeit nach der Flut, ich hab's ja gesagt, ich wohne selber
00:11:45: in Heimersheim und da waren auf dem Sportplatz direkt hinter uns, da war richtig viel Betrieb
00:11:49: die ganze Zeit, weil's da wie du gesagt hast, der einzige Sportplatz war, der so voll funktionsfähig
00:11:55: war, jetzt ist das Stadion in Bad Neuenahr fertig und ich hab den Eindruck, das ist ein wirklicher
00:11:59: Meilenstein, oder?
00:12:00: Ja absolut, also was vor allen Dingen da schön ist, ist, dass auch die Leichtathletik wieder
00:12:05: die Möglichkeit hat, da ihren Sport vernünftig auszuüben, weil wir haben ja unterschiedliche
00:12:10: Sportplätze in den letzten Jahren fertiggestellt, aber die Leichtathletikernage war dann tatsächlich
00:12:15: erst mit dem Hauptplatz fertig und der Schultsport ist auch da zentral gesammelt, das gute war
00:12:22: halt, wir haben uns viel mit Schulen und den Vereinen auseinander gesetzt beziehungsweise
00:12:26: uns mit denen besprochen, was wir besser machen können und da war's halt auch so, dass wenn
00:12:30: man manchmal 20 Zentimeter an einer Stelle verändern konnte, man auf einmal wettkampffähig
00:12:36: war oder ist und mit diesen kleinen Veränderungen haben wir auch da wieder nicht nur aufgebaut,
00:12:41: sondern wirklich auch hilführend, nachhaltig dafür gesorgt, dass auf die nächsten 10,
00:12:47: 20 Jahre der Sport dort besser stattfinden kann.
00:12:50: Dann blicken wir jetzt nochmal auf ein weiteres konkretes Beispiel zum Wiederaufbau aus dem
00:12:54: Bereich Sport.
00:12:55: Jetzt sind wir beim HTC Bad Neuna, das ist ja unser Tennis Club hier und ich habe mich
00:12:59: mit den Göttels getroffen, mit Vater Karl Horst und Sohn Philipp, der Vorsitzende und
00:13:04: Tennis Trainer und sie erzählen davon, wie sie wieder aufgebaut haben und wie schick die
00:13:09: Anlage in Bad Neuna inzwischen geworden ist.
00:13:13: Philipp Göttel in seinem Element, er ist auch beruflich Tennis Trainer und arbeitet gerade
00:13:17: mit dem elfjährigen Tony am sogenannten Slice, einem Schlag mit rückwärtsdreien.
00:13:22: Die Plätze sind tiptop beim HTC, noch der Flut schöner als je zuvor.
00:13:39: So schlimm das natürlich war, ich denke wir haben als Verein und hier bei mit der Stadt
00:13:48: zusammen das Beste draus gemacht und die Anlage wieder so hergestellt, dass hier alles
00:13:56: inklusive der deutschen Seniormaßschaften wieder stattfinden kann und man hier in eine
00:14:01: kleine Oase kommt.
00:14:02: Auch bei Tonys Papa Christian kommt das Angebot des HTC gut an.
00:14:06: Ja es ist sehr ordentlich alles und ja mit Liebe zum Detail alles angelegt und das gefällt
00:14:13: mir persönlich auch sehr gut.
00:14:15: Seit April sind alle 13 Plätze plus zwei Centercords wieder bespielbar.
00:14:20: Jeder Platz ist einzeln für sich, wir haben Tribünen dazwischen gebaut bekommen, wo man
00:14:27: super zuschauen kann, wenn Turniere sind oder Spiele sind.
00:14:32: Trotz der sehr großen Plätze, die auch ein bisschen weiter auseinander liegen, kommt
00:14:37: trotzdem bei Heimspielen eine gute Stimmung auf.
00:14:40: Da haben wir eigentlich jeden Samstag und Sonntag Spaß beim Zugucken und auch beim
00:14:44: selber spielen.
00:14:45: Es gibt perfekte Bedingungen also auch für Tony, bis ein Trainingsstunde schon wieder
00:14:49: vorbei ist.
00:14:50: Ja Tony, heute war sehr gut, hast den Slice gut umgesetzt.
00:14:54: Wir sehen uns nächste Woche nochmal.
00:14:56: Nach meinem Besuch auf den Tennisplätzen hatte ich noch die Möglichkeit mit Karl Horst
00:15:01: und Philipp Göttel noch ein bisschen intensiver über den Wiederaufbau zu sprechen und ich
00:15:05: habe die beiden gefragt, was sie angetrieben hat, neben dem privaten Wiederaufbau auch
00:15:10: noch den Verein wieder nach vorne zu bringen.
00:15:15: Ihr hattet selber auch die Flut im Haus, ihr wart damit beschäftigt, habt ihr euch aber
00:15:27: dieser Aufgabe wieder verschrieben.
00:15:29: Warum?
00:15:30: Man hätte auch sagen können, jetzt mache ich erstmal mein eigenes Ding und jetzt ist
00:15:34: mir der Verein mal grad nicht so wichtig.
00:15:36: Was treibt euch da an?
00:15:37: Ja, also es war sowohl als auch, also ich glaube, bei meinem Vater war es erstmal der Gedanke
00:15:43: das Haus wieder in Ordnung zu bringen.
00:15:46: Bei mir ist es so, dass es zwar ein Eigentumswohnung ist, aber da konnte man am Anfang einfach
00:15:52: auch nicht mehr machen und dann war es einfach so, es war, ich bin Trainer im Club und hatte
00:15:59: sechs Wochen Sommerferien und entsprechend wenig zu tun dann, Urlaub war dann ausgefallen
00:16:05: und dann war es klar, dass ich damit anpacke, irgendwie unser ganzes oder mein ganzes Leben,
00:16:13: sein halbes Leben, sind wir im Club und sind halt in dem Sinne total engagiert und dann
00:16:20: war das für uns eigentlich gar keine Frage, dass wir damit anpacken und bei mir ist noch
00:16:26: so, ich bin ja auch beruflich mit dem Verein verbunden und das ist ja auch ein Eigeninteresse,
00:16:32: da den Club wieder herzustellen, in dem ich seit 20 Jahren Training gebe, das heißt
00:16:38: es ist auch für mich finanziell wichtig, also es ist auch eine Komponente, die für mich
00:16:42: eine Rolle gespielt hat, dass ich da so schnell wie möglich auch wieder Training geben kann,
00:16:47: weil wir mit unserer Tennis-Schule mit über 100 Stunden in der Woche jetzt woanders planen
00:16:54: mussten, das heißt wir sind, wir haben verschiedene Vereine angeschrieben, ob sie uns unterstützen
00:16:58: mit Plätzen und das war eine Mammut-Aufgabe, was die Organisation angeht und deshalb war
00:17:05: es für mich klar, dass wir so schnell wie möglich da irgendwas hinkriegen müssen.
00:17:09: Wie steht jetzt der HTC, wie steht diese Anlage 2025 da, was wurde vielleicht auch anders
00:17:17: gemacht, verbesserten Blicke auf die Zukunft?
00:17:20: Ja, alles was jetzt technisch zu verbessern war, haben wir natürlich zeitgemäß angepasst,
00:17:26: also ich beginne jetzt im Clubhouse, ist eine andere Technik, was das Netzwerk anbetrifft,
00:17:34: ist alles neu eingebaut worden, was die ganze Elektrik anbetrifft, ist alles neu auf den
00:17:40: neuesten Stand gebracht worden, wir haben in der Gastronomie, da war ja auch alles zerstört,
00:17:45: da haben wir viele Sachen neu einbauen müssen und haben natürlich auch das Outfit des Clubhouses
00:17:50: entsprechend angepasst, moderne Farbe, moderne Beleuchtung.
00:17:55: Flutlicht habe ich gehört?
00:17:57: Ja, das haben wir quasi...
00:17:59: So eine Spende?
00:18:00: Genau, wir haben mehrere Einzelspenden bekommen, zum Beispiel für das Flutlicht haben wir eine
00:18:05: Spende bekommen und dann haben wir gesagt, dann machen wir das und das wurde dann auch
00:18:10: genehmigt, genauso haben wir eine Einzelspende für einen eigenen Fitnessraum bekommen und
00:18:16: haben jetzt im Clubhouse ein Fitnessraum für die Mitglieder und beides können sie aktuell
00:18:21: kostenlos nutzen, das heißt, es macht einen entsprechenden Mehrwert für die Mitglieder.
00:18:25: Wir haben jetzt noch eine Großspende, die noch nicht verarbeitet ist, die dazu dienen
00:18:33: soll, dass wir einen Pettelplatz noch bauen wollen, da sind wir im Moment in Verhandlungen
00:18:39: mit der Stadt Bad Neuenahr und warten jetzt darauf, dass wir im dritten Bauabschnitt,
00:18:45: der jetzt noch ansteht, das dann auch umsetzen können.
00:18:49: Das würde der Host dieses Podcasts sehr befürworten, es hat mich einer mal Lieblingssport angeworden.
00:18:54: Man muss sich ja als Sportverein egal...
00:18:57: in welcher Branche man da jetzt tätig ist, man muss sich breit aufstellen, um die Leute mitzunehmen.
00:19:03: Wie der Bund ist die Kampagne, bei euch sind das zum Beispiel Stühle?
00:19:08: Das sind zum Beispiel die Liegestühle, die wir jetzt bei den deutschen Meisterschaften aufstellen werden.
00:19:15: Wir haben die beiden Eröffnungsveranstaltungen, die wir hatten letztes Jahr im April und dieses Jahr im Ende April.
00:19:23: Die haben wir zusammen mit der Kampagne wieder bunt, mit der Stadt gemacht und da haben wir eine sehr gute Unterstützung auch erfahren.
00:19:34: Und das ist halt eine gegenseitige Win-win-Situation und deswegen werden wir das auch bei den Meisterschaften wieder zum Einsatz bringen.
00:19:42: Die Wiederaufbaukurve ist im Steigen, also man hat zwei Jahre, braucht man, um Pläne auf die Reihe zu bringen
00:19:51: und der Aufbau selber, der geht viel schneller vonstatten und das sieht man jetzt an den Brücken.
00:19:57: Da kann man ja echt zugucken, wie die jetzt wachsen und man hat aber eben drei Jahre gebraucht, um jetzt die genaue Planung zu haben.
00:20:04: Aber wenn man bedenkt, was alles überlegt werden muss, wenn man so eine Brücke baut, wie muss man die A gestalten,
00:20:13: wie müssen die Brücken verankert werden und was für eine, wofür ich meine vorher verlaufenden Leitungen,
00:20:20: die müssen dann irgendwo anders verlegt werden, die Düker, die umgebaut werden müssen oder kaputt sind, neu gebaut werden müssen.
00:20:26: Das sind alles Dinge, die diese Orte und Normalverbraucher nicht sieht und dann natürlich ungeduldig ist.
00:20:32: Und positiv für euch natürlich, dass das noch moderner ist, überhaupt an Punkten verändert wurde?
00:20:38: Wir haben jetzt Glasfaser-Vernetzung auf der vorderen Anlage, wo wir unseren Spielbetrieb machen jetzt bei den Meisterschaften.
00:20:47: Das sind ganz andere Voraussetzungen technisch, wie wir die früher hatten.
00:20:50: Da hat, wenn dann zwei Leute irgendwo ins Netz gegangen sind, ist das eingeknickt.
00:20:55: Jetzt hast du wahrscheinlich, das ist noch nicht fertig, aber das wird sicherlich so sein, dass wir da überhaupt immer online sind und das ist schon eine tolle Sache.
00:21:14: Zurück im Podcaststudion, Nadine Wenigmann ist da von der Stadtverwaltung Bad Neuen AA-Weiler und die nächste Frage, die mich interessiert, worauf legt ihr da eigentlich Wert, wenn man wieder aufbaut?
00:21:25: Das macht man ja sicherlich auch anders, als man so eine Sportanlage vor 20, 30, 40 Jahren gebaut hätte, oder?
00:21:33: Ja, wir achten vor allen Dingen darauf, dass wir aus den Erfahrungen aus 2021 lernen.
00:21:41: Also das heißt, wir schaffen Retentionflächen, schauen, dass das Wasser im Prinzip, wenn es wiederkommt, durchlässig ist, dass das Hochwasser angepasst ist.
00:21:52: Beispielsweise haben wir die Kunstrasenflächen, die wir jetzt verbaut haben, eingeklemmt.
00:21:58: Das bedeutet, dass das Wasser im Prinzip durchfließen kann und wir hoffen uns davon, dass erstens der Schaden dann nicht so groß ist.
00:22:05: Und zweitens wurde uns gesagt, dass halt für die Hochwassersituation einfach insgesamt besser ist.
00:22:13: Ähnlich ist es auch mit den Zäunen.
00:22:16: Also wir haben beispielsweise in Bachen zwei Zauninlemente übereinander gebaut, das querze Fließrichtung.
00:22:24: Wir sollte ein starkes Hochwasser eigenes gemeldet sein, die Zäune hochklappen können, so dass das Wasser dadurch fließt und keinen Rückstau bildet.
00:22:33: Also haben die Sportanlagen auch eine wichtige Rolle in Sachen Hochwasserschutz?
00:22:37: Ja, also wir versuchen bei allen Maßnahmen, die wir jetzt machen und es nicht nur im Sportbereich, sondern insgesamt in der Stadt darauf zu achten, dass es alles Hochwasser angepasst ist.
00:22:46: Beispielsweise auch in den Gebäutlichkeiten, natürlich auch im Sportbereich, aber auch in allen anderen Gebäutlichkeiten.
00:22:52: Versuchen wir, je nachdem, wo das Hochwasser 21 war, die Technik nach oben zu bauen, dass wenn nochmal ein Hochwasser kommt, so wenig Schaden wie möglich entsteht.
00:23:02: Wie sportlich würdest du denn sagen, ist die Stadt aktuell oder wie sportlich kann sie noch werden?
00:23:06: Ja, das kann ich recht gut beurteilen.
00:23:10: Ich sitze gerade an der Belegungsplanung für die kommende Saison und es ist so, dass wir viel zu viele in Anführungszeichen zu viel Sport kann es eigentlich nie geben,
00:23:19: aber viel mehr Kinder- und Jugendmannschaften haben als Platz zur Verfügung steht.
00:23:24: Also es wird auch dieses Jahr wieder sportlich, das alles auf die Sportplätze unterzukriegen.
00:23:30: Aber der Zuwachs ist enorm und es freut mich sehr, weil Sport ist ja auch nachweislich Traumatherapie.
00:23:37: Ich meine, jetzt sollten wir nicht alles auf diesen einen Tag fokussieren.
00:23:42: Nichtsdestotrotz ist Sport ja wissenschaftlich bewiesen gut für die Gesundheit und für die Entwicklungen der Kinder und Jugendlichen.
00:23:50: Und deswegen bin ich sehr stolz darauf, dass der Zuwachs da so groß ist und wir damit helfen können, in den nächsten Jahren wieder mehr Sportflächen zu schaffen.
00:23:58: Die Frage nach der Sportlichkeit der Stadt, die stellen wir auch Christopher Motz.
00:24:03: Er arbeitet im öffentlichen Dienst und ist Fitnessinfluencer.
00:24:08: Er kommt aus der Stadt und fühlt sich auch weiterhin sehr verbunden.
00:24:11: Und von ihm wollte ich zum Beispiel wissen, wie er denn das Stadion und die Stadt so nach der Flut sieht.
00:24:17: Wir sprechen ja hier im Podcast über Wiederaufbauprojekte und auch über die Verbundenheit der Gäste zu unserer schönen Stadt.
00:24:28: Und du hast ja auch immer sehr viel im Apollinaris-Stadion trainiert.
00:24:32: Du hast einen Weltrekord aufgestellt im Kurpark Bad 9A.
00:24:37: Da musst du mir erst nochmal helfen.
00:24:38: Was hast du da genau gemacht?
00:24:40: Wie können wir uns das vorstellen?
00:24:42: Ganz genau.
00:24:42: Wir schreiben das Jahr 2017.
00:24:45: Ich komme ursprünglich aus dem Gerätetouren und am Ende vom Turn haben wir meistens Krafttraining gemacht.
00:24:50: Turnspezifisches Krafttraining, Liegestütze, Handstand, Liegestütze, Pullups, alles, was man sich so vorstellt.
00:24:58: Und irgendwann habe ich ein Video gesehen von dem Armenia, der 27 Handstand Liegestütze gemacht hat.
00:25:04: Und hat mir gedacht, Moment, mit ein bisschen Training, könnte ich das vielleicht auch schaffen.
00:25:08: Hab mir ein paar Freunde zusammengetrommelt.
00:25:10: Wir sind in den Kurpark gefahren, dort oben in dem Bereich, wo jetzt häufig die Weinloge ist.
00:25:16: Haben uns da positioniert auf eine Mäuerchen, haben die Kameras aufgestellt.
00:25:19: Und ich habe es einfach mal versucht und habe dann tatsächlich 29 Handstand Liegestütze in einer Minute geschafft.
00:25:25: Das war dann der offizielle Guinness Weltrekord.
00:25:28: Das Ganze habe ich dann ja online nach Großbritannien geschickt.
00:25:33: Dort wurde das Ganze verifiziert und dann wurde mir die offizielle Urkunde zugeschickt.
00:25:38: Wo genau warst du da im Kurpark?
00:25:40: Konnte man das sehen?
00:25:41: Haben da Leute komisch geguckt?
00:25:43: Ganz genau.
00:25:43: Also natürlich sind da auch Leute stehen geblieben.
00:25:46: Ich glaube, das ist ja schon was nicht ganz normales, wenn da plötzlich irgendwer über Kopf steht,
00:25:52: im Handstand irgendwelche Liegestütze macht.
00:25:54: Das zieht natürlich schon die Blicke auf sich.
00:25:56: Und da ist natürlich auch der eine oder andere stehen geblieben und hat sich gefragt, was macht er da?
00:26:01: Du bist aufgewachsen in der Stadt, du hast trainiert in Häppingen.
00:26:05: Wir kennen uns auch noch aus dieser Zeit und auch deswegen beim Du.
00:26:09: Was würdest du denn sagen jetzt mit dem ganzen Abstand auch nach der Flut und all dem, was passiert ist?
00:26:14: Was bedeutet dir die Stadt Bad Neune Aweiler auch mit Blick auf den Sport?
00:26:19: Also die Stadt Bad Neune Aweiler liegt mir natürlich am Herzen.
00:26:22: Das ist einfach meine Heimat.
00:26:23: Hier bin ich groß geworden.
00:26:24: Hier habe ich 23 Jahre lang gelebt, habe das Aare Gymnasium besucht, die Aloisos Grundschule in Aweiler.
00:26:32: Und ja, wie gesagt, dieses Heimatgefühl, das bleibt ein ganzes Leben lang in einem.
00:26:37: Deswegen liegt mir die Stadt einfach sehr am Herzen und auch die ganzen Sportvereine.
00:26:42: Ich habe damals angefangen mit Fußball beim Aweiler BC, war dann in der Leichstaatletik beim Tuss Aweiler,
00:26:48: der EGG-Reis Aweiler, habe geturnt beim Tee von 08 Häpping, dass alles sind, Vereine aus dem A-Teil.
00:26:55: Und dieser Vereinssport verbindet natürlich, daraus sind sehr viele Freundschaften auch entstanden, die ich bis heute pflege.
00:27:02: Und ja, deswegen liegt mir das natürlich sehr am Herzen.
00:27:07: Du hast natürlich mitbekommen, was mit dem Stadion, wo du ja dann auch trainiert hast, nämlich an sei es auch nur im Schulsport.
00:27:13: Darüber haben wir in dieser Folge auch schon viel gesprochen.
00:27:16: Was geht dann so in dir vor, wenn man diese Vor- und Nachher-Bilder sieht?
00:27:18: Also, das Stadion ist ein ganz besonderer Ort für mich, wo ich auch sehr viele Erlebnisse und Erinnerungen mit verbinde.
00:27:26: Sei es damals, wie gesagt schon, die Fußballzeiten des Aweiler BCs oder viele Leichathletik, Wettkämpfe,
00:27:33: stundenlange Trainingseinheiten im Apollinaris Stadion oder Sportleistungskurs, wo wir damals Sportabitur auch dort hatten.
00:27:43: Das alles sind Erinnerungen und wenn ich zurückblicke, denke ich da einfach an, eine sehr schöne Zeit zurück.
00:27:49: Mein Vater hat auch eine Leichathletik gemacht, der ist schon im Apollinaris Stadion gesprintet und dann zu sehen, wie so ein Ort, der etwas bedeutet, zerstört wird.
00:27:58: Das trifft einen natürlich sehr hart.
00:28:00: Ich habe da immer noch die Bilder vor Augen von diesem, ich nenne es mal, PKW Friedhof auf dem Parkplatz,
00:28:07: unmittelbar vor dem Apollinaris Stadion, wo teilweise drei oder vier Fahrzeuge übereinander gestapelt waren.
00:28:13: Und wenn man das mit dem Jetzt- oder Ist-Zustand vergleicht, hat sich da schon sehr viel getan, auch dieser kleine Soccer-Cage, der da entstanden ist.
00:28:21: Und ja, es ist einfach schön zu sehen, wie wieder Vereinssport dort stattfinden kann und nach und nach an alte Tage angeknüpft werden kann.
00:28:31: Wenn man sich da ein Insta-Account anschaut, dann gibt es auch mal eine Referenz in die Stadt, da gibt es auch ein Park, wo du schon mal unterwegs bist, was machst du dann?
00:28:40: Genau. Also es gibt den Calisthenics Park quer gegenüber vom Peter-Joris-Gymnasium, der hat damals, ich glaube, das war noch vor der Flut,
00:28:50: dass er angefangen wurde zu bauen, kurz darauf kam dann die Flut und ja, natürlich war dann erst mal nicht mehr an Calisthenics oder irgendein Trainingspark zu denken.
00:28:59: Da waren andere Dinge, die viel bedeutender und wichtiger waren.
00:29:02: Aber umso schöner ist es jetzt, im Rahmen des Wiederaufbaus zu sehen, wie dieser Calisthenics Park auf einmal dort steht.
00:29:09: Also das ist auch ein regelmäßiger Ort, an dem ich bin, wenn ich auf Heimat besucht bin, dass ich mich dort entweder mit Freunden treffe oder so einfach mal die Kopfhörer aufsetze,
00:29:18: um einfach mal abzuschalten dort im Park und einfach eine Runde für mich zu trainieren.
00:29:23: Deswegen, das ist ein Ort des Zusammenkommens, das ist mir wieder beim Punkt Sport verbindet.
00:29:28: Also es ist auch häufig so, dass ich da mein Training absolviere, auch mal angesprochen werde.
00:29:33: Nach Trainings-Tipps gefragt werde, mit Leuten so wieder in Kontakt kommen, deswegen ist das für mich einfach ein sehr schöner Ort.
00:29:39: Und ich bin froh, dass wir ein Calisthenics Park in der Stadtbad Neune Awelle haben.
00:29:43: Da höre ich auch raus, dass du als Sportler durchaus sagen würdest, es ist wichtig, dass es in der Stadtbad Neune Awelle auch entsprechende Angebote gibt, die nach der Flut wieder da sein sollten.
00:29:53: Vielleicht aber auch noch darüber hinaus.
00:29:55: Also was wäre vielleicht auch noch ein Wunsch, so aus Sportlers Sicht, was könnten wir noch gebrauchen?
00:30:00: Also was geplant ist, was aber natürlich aktuell noch fehlt, ist ein vernünftiges Hallenbad.
00:30:06: Da denke ich an meine Schulzeit zurück.
00:30:09: Damals Sportunterricht sind wir regelmäßig ins Twin gegangen, ich habe es gehasst.
00:30:12: Aber nicht das so trotz, war das ein wichtiger Bestandteil, wenn ich bedenke, wie viele Jugendliche heutzutage gar nicht schwimmen können.
00:30:20: Deswegen wäre es glaube ich schon wichtig und wenn wir mal in die Zukunft schauen, ist ja auch schon was geplant.
00:30:27: Ich bin ich sehr voller Vorfreude, dass wir bald dann wieder ein Hallenbad bei unserem Stadtgebiet haben.
00:30:33: Christa, eine Frage habe ich Ihnen auch so.
00:30:35: Da sind natürlich Dinge, die sind ja auch in der Mache, da passiert ganz viel, es wird neue Angebote geben.
00:30:41: Wenn du jetzt zurückschaust auf diese vier Jahre Wiederaufbau, wie siehst du das?
00:30:46: Was haben wir schon alles geschafft, wenn du immer so reinschaust, das kriegst du ja auch mit, wenn du bei der Familie bist, so, da tut sich ja viel.
00:30:52: Also ich sehe das Ganze natürlich nochmal mit anderen Augen, weil ich nur in unregelmäßigen Abstand zu Besuch hier im A-Teil bin, bei meinen Eltern oder Freunde zu besuchen.
00:31:02: Deswegen sehe ich den Fortschritt dann nur in gewissen Abständen und ich freue mich immer richtig, wenn ich zum Beispiel an der A-Allee spazieren gehe und wieder sehe, was ich getan hat, wo wieder irgendwas Neues entstanden ist.
00:31:15: Und gerade auch, wenn ich als Aweiler-Jung jetzt mal die Stadt Aweiler sehe, wie viel da passiert, gerade in der Fußgängerzone, viele Restaurants, viele Cafés, es gibt wieder Möglichkeiten.
00:31:26: Das Leben wird einfach wieder lebenswerter und wenn wir jetzt auch die ganzen Veranstaltungen sehen, beispielsweise den Musiksommer, also es richtig schön zu sehen, wie wieder Leben in die Stadt kommt und die Stadt wieder bunt wird.
00:31:42: Zurück zu Nadine Wenigmann, heute mein Gast im Wiederbund Podcast.
00:31:45: Wenn du hörst, was Christopher so erzählt, wie wichtig die Hallen, die Plätze sind, welches Feedback bekommst du denn von Kindern und Jugendlichen genau dazu?
00:31:52: Sind die zufrieden oder was wünschen die sich vielleicht noch mehr?
00:31:55: Ja, also ich finde bei Kindern und Jugendlichen hat man vor allen Dingen das Feedback über ihre Gesichtszüge.
00:32:02: Also ich bin selber auch ganz oft und ganz gerne in meiner Freizeit an Sportstätten und man merkt einfach dieses Feeling.
00:32:10: Also ich werde es nie vergessen, wo wir im Mai 22 beim ersten wieder aufgebauten Sportplatz am Mittelplatz im Apollonario-Stadion waren.
00:32:18: Und da waren direkt am Tag 1/8 Mannschaften vertreten, also auch Jugendmannschaften, die da alle trainiert haben.
00:32:25: Und dieses Gefühl, diese Freude und diese Wertschätzung, einfach wieder den vermeintlichen einfachen Dingen des Alltages nachgehen zu können, das war wirklich atemberaubend.
00:32:36: Und ja, wir haben ja auch neuerdings ein Skatepark und auch da habe ich letztens mit dem Fahrrad dran vorbeigefahren.
00:32:43: Und auch das war wirklich ein besonderes Gefühl, wie viele Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene, also wirklich unterschiedlichsten Altersstrukturen diese Plätze nutzen und was für eine Freude sie dabei empfinden.
00:32:55: Also insgesamt würde ich schon sagen, sind die Menschen hier in der Stadt sehr dankbar und freuen sich sehr über die fertigen Maßnahmen, aber man fühlt es mehr, als dass man darüber reden muss.
00:33:06: Gibt es denn was du anwünschen, die du bekommst, du bist ja mit vielen im Austausch, auch durch deine Arbeit für die Arche, nehm ich an, sind auch noch Kontakte?
00:33:15: Muss man da manchmal sagen, ja, das ist zwar ne schöne Idee, geht aber nicht.
00:33:19: Ja, also was schon oft an mich rangetragen wurde, ist ein Wasserspielplatz.
00:33:25: Tatsächlich, das finde ich auch superinteressant, weil wir ja mit Wasser bestimmte besondere Erfahrungen gemacht haben,
00:33:32: aber es finde ich trotzdem schön, da so viel sei gesagt ist, aber für den Abenteuerspielplatz seitens der Stadt- oder der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft in Arweiler auch etwas geplant.
00:33:43: Der Abenteuerspielplatz war ja quasi der Spielplatz in Arweiler und der wird ja jetzt auch ein bisschen umstrukturiert, weil die Feuerwehr auf die andere A-Seite weichen muss
00:33:51: und der ganze Bereich da neu ungeplant werden muss, aber es soll auf jeden Fall so sein, dass man auch die A-Flecht in dieses Spielgeschehen mit einfließen lassen kann.
00:34:01: Und das finde ich großartig.
00:34:03: Ja, werden wir also noch vonhören, das klingt aber schon mal sehr gut.
00:34:08: Ja, wir müssen darüber reden über ein Klischee, was natürlich hier kleben bleibt in der Stadt, die Stadt der Kurgäste, die Stadt der älteren Menschen.
00:34:17: Das ist ja alles auch gut und wichtig, dass es Angebote gibt.
00:34:21: Ändert sich da was aus deiner Sicht? Werden wir auch jünger mit den Angeboten?
00:34:26: Ja, das glaube ich schon. Also dadurch, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, wirklich alle baulichen Maßnahmen zu überarbeiten und anzupassen und nachhaltiger zu gestalten und umzustrukturieren,
00:34:38: ist es auch für unsere Stadt ein Wandel.
00:34:41: Ich glaube insgesamt, so denke ich mir das zumindest, sind wir auch in die Historie eingeflossen und man kann hier bestimmt auch schöne Schulausflüge hinmachen, um sich das alles mal anzuschauen,
00:34:51: was ist eigentlich passiert, gerade mit dem Klimawandel und dergleichen.
00:34:54: Aber die ganzen Baumaßnahmen, die wir jetzt umsetzen, die werden in allen Bereichen, sei es das Twin- oder die Atherme oder ja die Kitas und die Schulen,
00:35:04: so umstrukturiert, dass es definitiv ein attraktives Leben ist, wenn man hier in ein paar Jahren verwalt, also auch jetzt schon, aber dann nochmal mehr.
00:35:13: Von daher denke ich, wird sich hier schon einiges tun und die jüngeren Generationen sich ja auch sehr wohl fühlen können.
00:35:19: Und das ist ganz wichtig, das sagt man ja auch in jeder Stadt, wenn es Grünanlagen gibt, wenn es Sportanlagen gibt, die Kitaversorgung gut ist,
00:35:25: dann zieht man da eher hin in ein Viertel und so eben auch in einen Stadtteil zu uns hier nach Bad 9 Ahrweiler.
00:35:32: Damit sind wir schon bei der Schlussfrage für heute, die alle Gäste hier gestellt bekommen und zwar lautet sie, was ist eigentlich dein persönlicher Meilenstein im Wiederaufbau?
00:35:44: Und alle atmen erst mal tief durch, das ist ja jetzt schon aufgefallen.
00:35:49: Ja, also der Sportplatz Bachen war schon ziemlich beeindruckend.
00:35:55: Mit der Fertigstellung von diesem Sportplatz konnten wir den Sportbereich sehr gut abdecken und auch unterschiedliche Stadtteile da nochmal hinführen,
00:36:05: weil auch Weiberzeiten wird erst mal keinen Sportplatz bekommen in den nächsten ein, zwei Jahren, weil da noch rechtliche Schwierigkeiten sind.
00:36:12: Und so haben wir für den Westen der Stadt einen wichtigen Sportplatz geschaffen, der von den Vereinen aber auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern benutzt werden kann.
00:36:23: Da ist auch ein Multifunktionsfeld dran, eine kleine Laufbahn dran und die Schulen können auch den nutzen und ja, das war einfach sehr wichtig.
00:36:32: Für Nadine Wenigmann, ein Meilenstein im Wiederaufbau, wir haben viel gelernt, dass der Rasen, den wir haben, auch beim FC Liverpool verwendet wird.
00:36:42: Wir haben Hinweise bekommen auf einen möglichen Wasserspielplatz und damit sage ich vielen Dank, dass du dabei warst beim Wiederbund Podcast.
00:36:52: Danke Nadine Wenigmann.
00:36:53: Ja, vielen Dank auch, dass ich dabei sein durfte.
00:36:56: Wieder bunt. Dieser Podcast entsteht im Auftrag der Stadt Bad 9 A Arweiler, gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder.
00:37:07: Host ist Marius Reichardt, Produktion André Schild, Redaktion Katharina Herrscher, Christine Pavlik und Celina Tesche von der Arthal Marketing GmbH.
00:37:19: Habt ihr Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreibt uns an wiederbund@arthal.de
00:37:27: Unsere dritte Folge, die könnt ihr am letzten Freitag im September hören, also schon ganz bald, natürlich überall dort, wo es Podcast gibt.
00:37:37: Und zu Gast ist dann unser Bürgermeister Guido Orten, ihm stelle ich auch eure Fragen zum Wiederaufbau.
00:37:43: Und Guido Orten wird da auch einiges Persönliches erzählen.
00:37:50: [Musik]
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