Folge 3: Bürgermeister Guido Orthen, wie läuft es mit dem Wiederaufbau?
Shownotes
Der #wiederbunt-Podcast entsteht im Auftrag der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder.
Host: Marius Reichert Produktion: André Schild für Bionic Ballroom Redaktion: Katharina Herrscher, Christin Pawlik und Celina Tesche von der Ahrtal Marketing GmbH
Fragen, Wünsche, Anregungen an das #wiederbunt-Team? Gerne an wiederbunt@ahrtal.de
Weitere Infos zum Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler unter wiederbunt.de
Transkript anzeigen
00:00:02: Wir haben Fragen an unseren Bürgermeister Guido Orten und deshalb haben wir jetzt eine ganze Folge Zeit, um ihm eure und meine Fragen zum Stand des Wiederaufbaus zu stellen.
00:00:12: Ich bin Marius Reichert.
00:00:13: Schön, dass ihr auch diese Folge hört von Widerbund, der Wiederaufbau dort kann.
00:00:18: In unserem Podcast
00:00:19: spreche ich mit Gästen
00:00:20: über den
00:00:21: Wiederaufbau
00:00:22: unserer Stadt, über Brücken, über Schulen, Sportanlagen, letztlich über alles, was euch
00:00:28: interessiert.
00:00:29: Wir geben Kontext, sprechen mit Experten, die direkt mit dem Wiederaufbau zu tun haben.
00:00:33: Und wir informieren euch über aktuelle Projekte.
00:00:37: Mein Gast heute ist unser Bürgermeister Guido Orten.
00:00:40: Und dich lieber, Guido, wollen wir jetzt noch mal ein bisschen genauer kennenlernen, wie alle Gäste hier bekommst, auch du, unseren Steckbrief.
00:00:49: Gide Orten ist Bürgermeister von Bad Neune-Arweiler.
00:00:52: Von der Stadt, die im Jahr ist, war er schwer von der Flut getroffen.
00:00:57: In dieser extremen Situation war er einer der zentralen Köpfe.
00:01:02: Er wurde neunzehnhundertsechsundsechzig geboren, hat Jura in Bonn studiert und ist seit zweitausendzehn im Amt.
00:01:08: Mittlerweile also über fünfzehn Jahre.
00:01:11: Die vergangene Wahl hat er mit über achtzig Prozent der Stimmen gewonnen.
00:01:15: Das zeigt, wie sehr die Leute ihm vertrauen.
00:01:18: Besonders nach der Flut war sein Einsatz als Bürgermeister gefragt.
00:01:22: Auch,
00:01:22: wenn die Belastung zwischenzeitlich so groß wurde, dass er eine gesundheitliche Auszeit
00:01:27: nehmen musste.
00:01:38: Und damit herzlich willkommen, Gido Orten, Bürgermeister der Stadtbad Neune Ahrweiler.
00:01:42: Hallo.
00:01:43: Hallo, Mario.
00:01:44: Und wir sind beim Duvar wir uns schon lange kennen, aus Heimersheim quasi Nachbarn.
00:01:49: Deswegen ziehen wir das jetzt auch durch.
00:01:50: So machen wir das.
00:01:51: Wir schauen jetzt auf das, was in Sachen Wiederaufbau geschafft wurde, gerade anliegt.
00:01:57: wo es vielleicht auch hakt, da machen wir jetzt eine Bestandsaufnahme.
00:02:00: und deswegen auch die erste Frage lieber Guido, wir sind jetzt im September und schauen auf welche Dinge, die dich stolz machen in Sachen Wiederaufbauen.
00:02:10: Also stolz hat mich gemacht, dass wir sehr, sehr schnell unmittelbar nach der Flut wieder die Schulen an der Stelle aufmachen konnten, an denen sie vorher waren, nämlich unsere beiden betroffenen Grundschulen und die EKS.
00:02:25: Das hat mich stolz gemacht, das war nämlich ... Verdammt viel Arbeit in sehr kurzer Zeit unter ganz schlimmen Bedingungen.
00:02:33: Auch zwei Schulen, die nah an der Ahr liegen.
00:02:35: Ja, alle ... Ja, alle drei, ja, stark betroffen.
00:02:40: Und alle drei waren zum Schuljahresbeginn, einundzwanzig auch wieder am Start.
00:02:45: Das ist etwas, was wirklich ein großes Team geleistet hat.
00:02:52: Das, was danach kam, insbesondere ... Alles, was später war, war schwierig und deshalb bin ich jetzt froh, dass wir im nächsten Monat dann die erste Brücke wenigstens wieder in Betrieb nehmen können, nämlich die Brücke zwischen Heimersheim und Heppingen.
00:03:13: Das ist schon gut, wenn man sieht, wie viel überhaupt schon passiert ist.
00:03:21: Die nächste Brücke wird die Landkraftenbrücke sein und Die Landkraftenbrücke war im Übrigen, da macht mich auch ein bisschen stolz im Nachhinein, diejenige, die nach fünfzehn Tagen nach der Flut als Provisorium da stand, ohne dass der sogenannte Krisenstab bei der BRBZ irgendetwas davon wusste, die wussten gar nicht, was Landkraften, Straße oder Brücke hieß.
00:03:48: Da ist alles unterm Radar gelaufen.
00:03:50: Da sind die Dinge im Rückblick, die einen wirklich froh machen, weil wir da schnell und wirklich unbürokratisch agiert haben und agieren konnten.
00:04:01: Es wird ganz kurz einhaken, weil das Thema Brücken, das beschäftigt uns auch noch mal in der nächsten Folge, wo wir genau auch darauf blicken, warum manches da auch gedauert hat in Sachen Gelehmigungen und man jetzt gerade auch sieht, dass der dann viel passiert.
00:04:15: Also man hatte oft so das Gefühl, warum geht's denn da nicht voran?
00:04:18: Aber jetzt kommt dann die Heppinger-Brücke, hast du gesagt, die Landgrafenbrücke und es geht weiter.
00:04:24: Also da bin ich froh und ... und stolz machen mich schlicht die menschen die in dieser stadt ihre heimat hatten und ihre heimat haben und wirklich wieder aufbauen die sagen und vielleicht auch nach ersten tagen des grübelns wir bleiben hier das ist unsere heimat wir bauen hier wieder auf trotz größter mühen.
00:04:51: Den Erfolg sieht man jetzt, gerade bei vielen Privaten sieht man aber auch eben langsam in der öffentlichen Infrastruktur.
00:04:58: Wir kommen vom Planen jetzt ins Umsetzen, wenigstens bei vielen Maßnahmen.
00:05:06: Noch lange nicht bei allen und da gibt es doch sicherlich noch einiges zu tun.
00:05:12: Wir sind noch lange nicht am Ende, aber wir feiern im Prinzip jeden Monat.
00:05:18: Eine Fertigstellung und das ist bei tausend Maßnahmen auch nötig, sonst haben wir noch lange zu feiern.
00:05:25: Ich
00:05:25: glaube, das ist wichtig für den Kontext, dass es so viel ist.
00:05:29: Während man sich vielleicht früher geärgert hat, eine Brücke dauert ein paar Jahre, bis die fertig ist, ist es hier nicht nur eine.
00:05:34: Es sind viele und es sind auch noch andere Projekte.
00:05:37: Genau, die Quantität der Maßnahmen macht eigentlich die Herausforderung aus.
00:05:43: Jetzt müssen wir uns ehrlich machen, sowieso, da wird ja auch nicht drum herum geredet.
00:05:48: Wo hakt es denn?
00:05:50: Was würdest du dir wünschen, was besser laufen müsste?
00:05:52: Ich glaube, die größte Herausforderung für das Tal ist der überörtliche Hochwasserschutz.
00:05:58: Alle Bemühungen jetzt Infrastruktur wieder aufzubauen, ohne die Perspektive zu haben, wenn ein solches Ereignis sich wiederholt, haben wir das gleiche Problem.
00:06:12: Das ist keine Perspektive für die Menschen, die hier im Tal geblieben sind und ja zu ihrer Heimat gesagt haben.
00:06:18: Also da ist mir zu lange nichts passiert und ich sage auch an der Stelle, weil es hier keine geordneten gesetzlichen Zuständigkeiten gibt und das Land an der Stelle nicht in die Verantwortung gegangen ist und die Zuständigkeit an sich gezogen hat.
00:06:42: Das ist der größte Markel.
00:06:44: und die sagen uns immer, ihr müsst jetzt einen Zweckverband gründen, den werden wir auch gründen.
00:06:48: Aber das ist ja mit Verlaub keine wirklich gute Lösung, weil dann wieder alle dabei sind und keiner in Wahrheit den Hut aufhat.
00:07:01: Und das Land wollte ihn nicht aufziehen, weil damit Verantwortung verbunden ist.
00:07:07: Und ich habe bei vielen auf Landesebene gemerkt, das ist ... Das, was sie am meisten scheuen.
00:07:15: Überörtlich heißt Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz zusammen, die Kommunen, die betroffen sind, mit dem Hintergrund wissen, dass die Flut ja nicht unbedingt in Bad Neune entstand.
00:07:24: So ist es.
00:07:24: Also, das geht ja von Blankenheim bis nach Sintzig.
00:07:27: Und normalerweise, der gesetzliche Auftrag ist, jeder macht in seiner Verbandsgemeinde oder in seiner Stadt den Hochwasserschutz.
00:07:35: Das heißt, wenn ein Tier zu Hochwasser kommt, ah, Hochwasser, dann ist ja in Adenau und in Altenaar etwas nicht passiert.
00:07:48: Was hätte nötig sein müssen.
00:07:49: Jetzt kann ich aber bitte schön nicht den Adenauern und den Altenaren vorwerfen, dass sie für uns als Unterlieger nicht den kompletten Hochwasserschutz finanzieren.
00:08:03: Wie käme ich dazu?
00:08:06: Also daran sieht man schon, dass die Zuständigkeit verkehrt ist.
00:08:10: Und auch die Finanzierung in Folge dessen.
00:08:13: Wo sollen die einst, sieben bis zwei Milliarden Euro herkommen?
00:08:18: Kannst du nachvollziehen, dass... viele Hörerinnen und Hörer jetzt vielleicht auch sagen, ja, das versteh ich alles gar nicht mehr.
00:08:26: Ja, wer hat da welche Zuständigkeit?
00:08:29: Da geht's ja auch viel um Kommunikation und auch deswegen machen wir diesen Podcast, um zu erzählen und zu erklären, wie der Wiederaufbau funktioniert.
00:08:36: Aber ist das ein Gefühl, was du nachvollziehen kannst?
00:08:39: Natürlich.
00:08:41: Ich versteh es ja auch manchmal nicht.
00:08:44: Und insbesondere, wenn man ... die Rechtslage verstanden hat, dann ist man nicht zwingend mit ihr einverstanden.
00:08:52: Und darauf haben wir sehr frühzeitig hingewiesen, aber es ändert sich nichts.
00:08:57: Nach wie vor ein Recht, teilweise auch ein Zuständigkeitschaos, an dem nichts geändert wird.
00:09:05: Und das bemängeln wir aber von Anfang an.
00:09:09: Und das führt jeden Tag neu zu Problemen.
00:09:13: Und damit ist es auch unfair, den Menschen hier, die in politischer Verantwortung sind oder die Ingenieure, die da was wieder aufbauen, dafür verantwortlich zu machen.
00:09:21: Ich glaube, das muss man wirklich verstehen, dass das hier nicht die Schuld einer Stadtverwaltung oder der Stadtbahn Neune Awelle ist, wenn das nicht so schnell vorangeht.
00:09:29: Genau, also ich glaube, alle hier im Tal gehen bis an ihre Grenzen, an ihre Ressourcen.
00:09:40: Und schöpfen sie die Ressourcen aus bis an die Grenzen des Machbaren.
00:09:45: Das haben die Menschen in ihrem privaten getan.
00:09:48: Da tun, glaube ich, auch alle Behörden.
00:09:51: Nicht zuletzt auch die Stadtverwaltung.
00:09:53: Wir haben ja relativ früh die Aufwohn- und Entwicklungsgesellschaft gegründet.
00:09:56: Das war, glaube ich, der beste Schritt, den wir tun konnten.
00:10:01: Aber auch die lösen nicht alle Probleme von jetzt auf gleich.
00:10:06: Ja, wir haben gelernt, dass schnell und unbürokratisch Politikerfloskeln sind und die Realität in einem völlig überregulierten Land eine andere ist.
00:10:20: Schauen wir mal auf das, was wir geschafft haben.
00:10:23: Es gibt ja diese Erfolgsgeschichten, die Erfolgsprojekte.
00:10:26: Wir haben hier in der vorigen Folge, die ihr natürlich auch noch mal hören könnt, überall da, wo es Podcasts gibt, über die Sportanlagen gesprochen, über Bachem, auch über das Aplenaris-Stadion.
00:10:37: Was geht da in dir vor, wenn du ... Da auch zu Gast bist, das siehst, dass das eigentlich wieder, also nicht nur eigentlich, schön ist.
00:10:46: Ich freue mich riesig, dass wir wieder Orte für Menschen haben, die sie vorher kannten und die heute wieder zur Verfügung stehen.
00:10:57: Das sind Sportplätze, das sind die Schulen, das sind Kindergärten, die teilweise zwar noch ausgelagert sind, aber die Kinder, Jugendlichen, die Familien insbesondere, Die ja bereits jetzt müssen wir ja mal zurück gucken bei Corona die Verlierer waren und dann durch die Flut noch einmal Jetzt wieder ein Stück weit Freiheit zurück und ja zumindest eine gewisse Infrastruktur mit den Spielplätzen die alle wieder am Start sind Und den Sportplätzen auch wieder Freizeitmöglichkeiten haben.
00:11:35: das ist wichtig und gut weil es für die Generation der Jungen ein Stück weit Normalität zurückholt.
00:11:46: Für die Älteren haben wir versucht, die Parkanlagen zumindest provisorisch wiederherzustellen.
00:11:52: Ich glaube, das ist alles, was in den Provisorien gemacht wurde, auch gut gelungen und trägt.
00:12:02: Aber wir wollen uns ja nicht mit Provisorien abgeben.
00:12:05: Deshalb ist alles, was fertiggestellt wird, wirklich.
00:12:09: Ohrenstückweit, da geht Ballast vom Herz und da ist Freude.
00:12:15: Da merkt man auch, wenn etwas wieder in Betrieb genommen wird, wie die Menschen sich freuen und die Freude der Menschen und dass die Dinge wieder angenommen werden.
00:12:26: Das ist auch meine Freude und meine Genugtung für die Arbeit.
00:12:30: Geht es dir da ähnlich wie mir, dass man jetzt zurückschaut?
00:12:33: Vier Jahre und ich weiß, wie wir kurz nach der Flut ein Interview gemacht haben, was bis in die großen Nachrichtensendungen gesendet wurde.
00:12:43: Und du gesagt hast, es ist die Heimat, die ist kaputt, aber wir bauen das wieder auf.
00:12:48: Und jetzt bist du vier Jahre danach und siehst genau diese Erfolgsgeschichten.
00:12:53: Mit welchem Gefühl?
00:12:57: Mit dem Gefühl, mit dem ich jeden Morgen aufstehe.
00:13:01: nämlich da ist die Möglichkeit für meine Heimat etwas zu tun, jeden Tag mit Entscheidungen, die möglicherweise auch nach wie vor unkonventionell sind.
00:13:17: Und das macht schon ein Stück weit Zufriedenheit mit der Arbeit.
00:13:23: Gibt dem ganzen Sinn.
00:13:24: Ja, genau.
00:13:25: Die Arbeit ist heute mehr denn je sinnstiftend.
00:13:30: Weil wir einfach eine Herkulesaufgabe gemeinsam und das sage ich nicht nur als Verwaltung, sondern gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern vor der Brust hatten und jeden Tag auch ein Stück vorankommen.
00:13:42: Nicht immer so schnell wie wir wollen, aber man sieht auch jeden Tag Erfolge und das macht doch froh.
00:13:51: Du hast hier gerade im Wiederbund-Podcast über den Hochwasserschutz gesprochen, so nach dem Motto, das bringt.
00:13:56: Ich fasse es jetzt mal zusammen wenig, wenn wir das nicht überörtlich denken.
00:14:01: Wie groß ist denn die Chance, dass die Stadt am Ende dann trotzdem auch oder vielleicht gerade deswegen profitieren kann, wenn wir auf die nächsten Jahre schauen, was moderner wird, was man jetzt anders macht?
00:14:12: Das wollen wir ja auch alles hören, weil die Menschen sagen, diese Flut hat hier eine Zäsur geschaffen, ist eine Zäsur.
00:14:20: Und jetzt können wir vieles anders denken.
00:14:21: Was, was wäre das?
00:14:25: Ich glaube, alles, was wir aufbauen, ob es Gebäude sind, ob es Brücken sind, ob es Straßen sind, Sportplätze, die werden ja alle nach den Standards des Heute aufgebaut.
00:14:44: Und damit sind sie schon alle für alle auch spürbar und fühlbar besser als sie vor einundzwanzig waren.
00:14:55: Das, was wir am Ende des Wiederaufbaus haben, ist neu.
00:15:00: Und ich glaube, das ist auch unsere Pflicht.
00:15:04: Wir wollen nicht eins zu eins aufbauen und tun das ja auch an den wenigsten Stellen, sondern erstens nach heutigen Erfordernissen, aber auch mit Blick auf Klimabewusstsein und Klimafolgenbewältigung auch ein Stück weit klimagerechter.
00:15:22: Bei jedem Neubau, den wir jetzt machen, haben wir Gründächer.
00:15:27: Das ist für das Stadtklimagut.
00:15:29: Wir bauen jetzt ja in unseren Zentren deutlich mehr Bäume.
00:15:37: Das haben wir zwar mit Zukunft bei Neuner schon gemacht, aber das setzen wir jetzt in den Straßen, die wir angehen, ja auch fort.
00:15:45: Das heißt, die Lebensqualität nach dem Wiederaufbau wird eine deutlich... gestiegene sein, und da werden die Menschen noch spüren.
00:15:56: Bis dahin ist ein langer Weg, aber ich glaube, die Dinge, die wir jetzt in Betrieb nehmen und wieder den Menschen zur Verfügung stellen, da ist das schon spürbar, dass es besser ist als vorher.
00:16:10: Du sagst so, nach dem Wiederaufbau lässt sich das festmachen an einer Jahreszahl, also der Klassiker in zehn Jahren, jetzt haben wir schon vier geschafft.
00:16:21: noch sechs oder länger oder kürzer.
00:16:24: also ich habe von Anfang an gesagt wir brauchen zehn jahre.
00:16:27: heute glaube ich für bestimmte bereiche brauchen wir länger.
00:16:33: aber ich bleibe dabei innerhalb der nächsten sechs jahre wird so viel geschehen dass man den wiederaufbau im wesentlichen als abgeschlossen sehen kann.
00:16:49: und dann sind wir wahrscheinlich immer noch in vereinzelten Anwohnerstraßen, die im Moment nicht die verkehrliche Bedeutung haben.
00:16:58: Da sind wir auch möglicherweise in Straßen, die gar nicht so intensiv flutbetroffen waren, die aber vor der Flut schon hätten saniert werden müssen.
00:17:08: Ich nenne ein Stichwort Herstraße.
00:17:11: Damit kommt zwangsläufig, die muss dringend gemacht werden.
00:17:16: Aber das Verkehrschaus ist vorprogrammiert.
00:17:19: Deswegen wartet man da jetzt.
00:17:20: Ja, das ist im Moment noch nicht dran.
00:17:22: Aber ich glaube, in weiteren sechs Jahren, also zehn Jahren nach der Flut, wird diese Stadt eine neue sein.
00:17:31: Sie wird ein neues Gesicht haben.
00:17:34: Sie wird jünger sein.
00:17:36: Auch das ist eine Folge der Flut.
00:17:40: Sie wird familienorientierter sein.
00:17:43: Arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, dass wir den bezahlbaren Wohnraum nochmal nach vorne bringen mit einer eigenen Wohnbaugesellschaft.
00:17:53: Und sie wird touristisch auf dem neuesten Stand sein.
00:17:56: Die Privaten, die sanieren, auch die Hotellerie und Gastronomie, die sieht ja heute auch besser aus als vorher, die, die wieder da sind.
00:18:08: Wir werden neue Hotels haben.
00:18:10: Wir werden neue Angebote für die Menschen in unserer Stadt haben.
00:18:15: Also ich glaube als Wohn- und Arbeitsort genauso wie als touristische Stadt können wir, wenn wir diese Katastrophe und damit die verbundene Krise als Chance nutzen, können wir gestärkt als gesamte Stadt daraus gehen, weil wir auch eins gelernt haben.
00:18:35: Wir können uns auf die Menschen in dieser Stadt, auch auf die Eigenverantwortung der Menschen in dieser Stadt verlassen.
00:18:44: Und müssen nicht jedem sagen, wie er was zu machen hat.
00:18:50: Auch das ist ja eine Erkenntnis aus der Flut.
00:18:53: Lasst die Menschen einfach machen.
00:18:56: Find ich total wahrnehmbar, dass auch in den Stadtteilen da ganz viele Initiativen auch entstanden sind.
00:19:03: Menschen, die vielleicht vorher sich nicht eingemischt hätten.
00:19:08: sowohl politisch wie gesellschaftlich das tun.
00:19:10: Deswegen würde ich gerne noch mal kurz auf die Stadtteile gehen.
00:19:12: Die gehören ja nun mal auch dazu, ja, zu uns in der Stadt.
00:19:17: Wie wird's da sein?
00:19:18: Da haben ja manche auch das Gefühl, wir werden da gerade nicht so gesehen.
00:19:21: Wir haben auch diese ganzen kaputten Straßen.
00:19:24: Wir haben auch den Wiederaufbau.
00:19:25: Wie sieht's da aus?
00:19:27: Ich glaube, wir sind in allen Stadtteilen unterwegs.
00:19:31: In dem einen oder anderen Stadtteil brauchen bestimmte Planungsprozesse länger.
00:19:37: weil wir natürlich auch Prioritäten setzen müssen und die Innenstädte bei Neuner und Aweiler haben Priorität.
00:19:49: Das mag nicht jedem gefallen, aber ich glaube, dass alle Stadtteile sehen, dass wir für die wesentliche Infrastruktur, die einen Stadtteil lebens- und liebenswert macht, sehr wohl Prioritäten... auch erkannt und umgesetzt haben, dass nicht alle zufrieden sind.
00:20:14: Ich glaube, das ist ein ganz natürliches Momentum.
00:20:19: Also
00:20:20: gerade bei den Stadtteilen, die ja untereinander auch gerne mal so eine Feder ausgetragen.
00:20:27: Und da gibt es ganz unterschiedliche.
00:20:29: Aber ich glaube, wenn der Wiederaufbau geschafft ist, alle wieder in ihrer Unterschiedlichkeit mit ihrer eigenen Identität wieder froh sein werden.
00:20:47: Und alle nebeneinander und auch miteinander diese Stadt bilden in der Vielfalt, die wir haben.
00:21:03: Heute mein Gast hier im Wiederaufbau-Podcast Wiederbund ist unser Bürgermeister Guido Orten.
00:21:09: Wir haben schon gesprochen über den Stand des Wiederaufbaus, was geschafft wurde, woran es auch noch harpert in diesen Zeiten.
00:21:18: Aber wir wollten auch wissen, was die Menschen in der Stadt so von ihrem Bürgermeister wissen wollen.
00:21:22: Und da lautet die erste Frage.
00:21:25: Herr Orten, wann schalten
00:21:27: Sie mal so
00:21:27: richtig ab?
00:21:28: Gibt's das überhaupt?
00:21:29: Es gibt es wieder, ja.
00:21:32: Ich schalte wieder ab.
00:21:33: Aber wann macht man das, wenn man sich auf etwas anderes uneingeschränkt konzentrieren muss?
00:21:41: Da mach ich zum Beispiel auf der Pferderennbahn im Urlaub in Meran, wenn die Pferde laufen und der Gaul, auf den ich gesetzt habe,
00:21:55: läuft.
00:21:55: Das wusste ich jetzt auch noch nicht.
00:21:57: Dann kann ich gut abschalten und bin nur bei dem Pferd und meiner Wette.
00:22:03: Ich kann gut wieder, also in der Natur, abschalten.
00:22:09: Auch am ehesten im Urlaub, wenn ich die Berge Südtirols sehe und die Kraft der Berge spüre.
00:22:20: Und wenn ich mit meiner Familie spiele, dann bin ich auch eingeschränkt.
00:22:26: Noch mal und ganz schön clever und solche Dinge.
00:22:32: Also Wörfelspiele in aller Regel.
00:22:35: Nix, was länger dauert als eine Stunde.
00:22:39: Denn so viel Entspannung ist dann auch nicht gut.
00:22:42: Also es braucht ne feste Zeit drauf.
00:22:44: Das ist gut.
00:22:45: Ja, die nächste Frage.
00:22:48: Herr Orten, sind Sie mit dem Wiederaufbau, wie er aktuell läuft, zufrieden?
00:22:53: Nein, bin ich nicht.
00:22:57: Weil man uns nicht gehört hat, als wir nach bürokratischen Erleichterungen gerufen haben, weil wir nicht gehört wurden, als wir nach einem Katastrophen folgenrecht gerufen haben.
00:23:13: All die Dinge sind alle nicht gekommen und wir quälen uns genauso im Übrigen wie viele private beim Wiederaufbau natürlich mit Bürokratismen, von denen man sagt oder bei denen man fragen muss.
00:23:34: sind sie in unserer Situation noch angemessen.
00:23:40: Auf das, was in Zukunft vielleicht nicht hier hoffentlich, aber womöglich woanders passieren kann.
00:23:45: Genau.
00:23:46: Und das Katastrophenfolgenrecht wird uns im Zweifel ja nicht mehr retten.
00:23:51: Aber wir müssen ja nicht glauben, dass es keine Katastrophen mehr gibt.
00:23:54: Aber warum geht Politik da nicht dran?
00:23:57: Weil damit keine Wahlen zu gewinnen sind.
00:24:01: Sondern das ist etwas für die Zukunft Vorsorge.
00:24:06: Und leider hat es Politik so kurzlebig geworden, dass man weitblickende Vorsorge dann macht, wenn man alles andere erledigt hat.
00:24:18: und dazu wird es nie kommen.
00:24:20: Lieber das positive erzählen.
00:24:23: Lieber das positive sagen, dieser Wiederaufbau wird schnell und unbürokratisch laufen, aber wissen, es wird nicht so laufen.
00:24:31: Es macht mich unzufrieden, wenn ich spüre, dass Politik die Menschen nicht ernst nimmt, sondern denen irgendetwas vorgaukelt, von dem jeder, der bis drei zählen kann, merkt, da ist Wucht und Tat.
00:24:51: sehr unterschiedlich.
00:24:53: Und wenn Menschen für dumpf verschließen werden, dann spüren die das.
00:25:01: Und das mag ich nicht, wenn man Menschen Sand in die Augen streut.
00:25:07: Und das geschieht allzu häufig, ist in der Vergangenheit allzu häufig geschehen.
00:25:12: Und das macht mich unzufrieden.
00:25:13: Bei allem, was wir jeden Tag auch nach vorne bringen können, bleiben viele Bürokratismen, die nicht erforderlich wären, die einfach hemmen.
00:25:27: Wenn für eine Brücke zwei Behörden Genehmigungsbehörde sind, weil der Überbau von einer anderen Behörde genehmigt werden muss und die Wiederlager auch an den Ufern wieder von einer anderen, dann stimmt etwas nicht im Staate Dänemark und das wird einfach nicht geändert.
00:25:53: Und so was macht Mörbe und auch Unzufrieden.
00:25:57: Und da gibt es ja zahllose Beispiele an vielen Kleinigkeiten, die uns jeden Tag stören.
00:26:05: Ich bin grundsätzlich ein zufriedener Mensch.
00:26:08: Zufriedenheit kommt ja in aller Regel von innen.
00:26:10: Die darf man nicht im Außen suchen.
00:26:13: Das ist eine innere Einstellung.
00:26:18: Aber dennoch darf man die Dinge, die im Außen nicht rundlaufen.
00:26:24: auch benennen.
00:26:26: Danke schön, dann haben wir noch eine Frage.
00:26:28: Sagen Sie, gab es eigentlich nach der Flut
00:26:30: auch ein Moment, wo Sie gedacht haben,
00:26:33: ich kann überhaupt nicht mehr?
00:26:36: Ja, ich glaube, diese Momente hatten fast alle in diesem Tal.
00:26:47: Das war nicht unmittelbar nach der Flut, weil dann haben wir alle funktioniert, haben zwar vielleicht das ein oder andere in Frage gestellt.
00:26:57: Machst du weiter?
00:26:59: Ich weiß von vielen Selbstständigen, die sich gefragt haben, baust du deinen Betrieb wieder auf?
00:27:05: Möchtest du das?
00:27:07: Natürlich, die Frage hat man sich am Anfang gestellt, aber die ist auch durch tun beantwortet worden.
00:27:15: Man hat weitergemacht.
00:27:18: Und ich glaube, das ist ja auch bekannt nach zwei Jahren Flut.
00:27:24: Hat es für mich den Moment gegeben, wo ich gesagt hab, so, ich spüre, dass ich nicht mehr die volle Leistungsfähigkeit aufweise, die ich für dieses Amt brauche.
00:27:37: Und bin dann sieben Wochen weg gewesen, hab mich rausgezogen, nennen viele Auszeit.
00:27:46: Auch örtlich?
00:27:48: Ja, auch örtlich.
00:27:49: Ich war nicht weit weg.
00:27:50: Ich war in Bad Godesberg.
00:27:51: Okay.
00:27:52: Aber ich war weg.
00:27:55: und konnte wieder Kraft schöpfen.
00:28:01: Warum?
00:28:02: Ich habe gelernt, dass das, was ich zwei Jahre lang gemacht habe, nämlich in meinem Leben nur noch eine Rolle gespielt, nämlich meine berufliche, hundert Prozent in der Verantwortung für die Stadt und die Menschen in dieser Stadt, aber nichts anderes mehr.
00:28:20: Ich war zwei Jahre lang nicht Ehemann, nicht Vater, nicht Sohn.
00:28:25: Nicht Freund, keine anderen Dinge im Kopf als die Arbeit.
00:28:35: Und da habe ich auch in den sieben Wochen gelernt, dass die anderen Rollen, die ich in meinem Leben habe, ja auch bedient werden müssen.
00:28:46: Sonst kann ich die eine Rolle nicht auf Dauer ausfüllen, meine berufliche.
00:28:53: Und das habe ich gelernt.
00:28:54: und seitdem nach den sieben Wochen war ich uneingeschränkt wieder bei mir.
00:29:00: Also wirklich wieder aufgetankt und dann ging es weiter.
00:29:03: Komplett aufgetankt, viel gelernt noch einmal über mich.
00:29:06: und an die Grenze kommt man immer nur selbst.
00:29:10: Da bringen eine nicht andere hin.
00:29:13: und dann gilt es das zu machen, was ich eigentlich immer erwachte, nämlich Selbstverantwortung.
00:29:21: sich selbst zu hinterfragen, was ist das, was dir Kraft raubt oder warum kannst du jetzt nicht mehr?
00:29:27: Das ist ja in jedem selbst.
00:29:31: Es sind nicht die anderen.
00:29:32: Wir sind nicht Opfer unserer äußeren Umstände, sondern wir müssen uns selbst hinterfragen, wenn wir an solche Grenzen kommen und können uns auch nur selbst durch Veränderung von Dingen bei einem selbst und in seinem tun, auch aus solchen Situationen wieder befreien.
00:29:52: Und das geht manchmal alleine.
00:29:54: Das geht aber bei vielen auch nur durch professionelle Hilfe.
00:30:00: Und da kann ich nur allen den Mut machen, sich im Zweifel diese professionelle Hilfe zu holen.
00:30:07: Ich hatte sie auch.
00:30:08: Sie hat mir geholfen.
00:30:10: Aber dazu braucht es auch, den Mut in die Selbstverantwortung zu gehen.
00:30:14: Ja, denn ein Mensch, und das erlebe ich ja auch durch meine Einsätze auch im Ausland Krisen, Kriegsgebiete, der schafft nun einen gewissen Punkt, das auszuhalten.
00:30:23: Also der Faktor, der sogenannten Resilienz, den wir haben, der ist unterschiedlich und der ist irgendwann mal aufgebraucht.
00:30:29: Deswegen ist das, glaube ich, ein wichtiger Appell, weil wir natürlich auch wissen, dass jetzt Menschen vier Jahre nach der
00:30:34: Flut ...
00:30:36: psychisch noch ganz doll damit zu kämpfen haben oder gerade erst beginnen, damit zu kämpfen.
00:30:42: Also, wir hatten alle ja ein traumatisches Erlebnis.
00:30:47: Im Tal, vierzigtausend Menschen traumatisiert.
00:30:51: Kollektiv,
00:30:51: ja.
00:30:53: Und die Wissenschaftler, nicht zuletzt diejenigen, die auch jeden Tag damit zu tun haben in der von Ehrenwaldischen Klinik, die sagen, Drei Viertel der Menschen, die ein traumatisches Erlebnis haben, die kommen damit selbst zurecht und kommen aus eigener Kraft wieder in ihren Alltag zurück.
00:31:19: Ein Viertel aber, und das sind in der Tat im Tal immerhin zehntausend Menschen, brauchen professionelle Hilfe.
00:31:27: Ich jedenfalls habe sie gebraucht, habe sie in Anspruch genommen und bin wieder hundert Prozent da.
00:31:34: Und deshalb will ich auch da Mut machen.
00:31:36: Danke für die Ehrlichkeit.
00:31:38: So, und zwei Fragen haben wir noch.
00:31:40: Eine Frage lautet.
00:31:46: Die Menschen motivieren mich.
00:31:49: Und natürlich die Wirksamkeit, die man mit seinen Entscheidungen auch spürt.
00:31:55: Die Menschen deshalb, weil das ist meine Aufgabe.
00:31:59: Ich habe das Glück gehabt, mein Hobby zum Beruf zu machen.
00:32:04: Brenne für diese Stadt, für meine Heimatstadt und für die Menschen in dieser Stadt.
00:32:10: Und die lassen mich jeden Morgen gut aufstehen, aus dem Bett kommen und meinen Beruf ausüben.
00:32:20: Das ist kein Job, sondern das ist Berufung.
00:32:23: Und die letzte Frage.
00:32:25: Herr Orten, was bedeutet Ihnen eigentlich Heimat?
00:32:29: Ja, genau das, nämlich die Menschen.
00:32:31: Also, Heimat ist für mich keine Scholle.
00:32:33: Natürlich bin ich Heimersheimer, bin ich auch gerne.
00:32:36: Das würde ich auch gerne an dir
00:32:38: stimmen.
00:32:39: Kind dieser Stadt, aber letztlich sind es Menschen, letztlich sind es Beziehungen, die Heimat ausmachen, die einen angenommen sein, empfinden lassen.
00:32:51: Ja, du bist angenommen hier als derjenige, der du bist.
00:32:57: Nicht nur, bitte.
00:32:58: Und das ist bei mir besonders wichtig in dem Amt, dass ich ausübe, sondern als Mensch angenommen.
00:33:05: Und das ist für mich Heimat.
00:33:06: Und deshalb möchte ich auch nirgendwo anders leben oder arbeiten.
00:33:12: Eine Frage hab ich noch so ein bisschen out of the box.
00:33:15: Du hast ja auch diese Videos gemacht, machst sie immer noch.
00:33:20: Wo du auch selbst berichtest und hast auch mir schon mal erzählt.
00:33:24: dass das eine neue Rolle war, dass man da reinschlüpfen muss.
00:33:27: Da gab es aber ein Video, da sich mich auch noch erinnert.
00:33:30: Da ging es um das Wasser.
00:33:32: Genau, das war in der Tat ein Highlight.
00:33:35: Das war vielleicht so ein Moment, wo man im Wiederaufbau spüren konnte, da sind wir wirksam als Stadt.
00:33:47: Nämlich, als das Wasser wieder aus dem Kran kam, wir nichts mehr abkochen mussten.
00:33:54: Ja, das war ein Videowert und das war wirklich für die Menschen, einfach für die Menschen wichtig.
00:34:00: Und deshalb war es für mich auch wichtig.
00:34:02: Und daran erinnere ich mich nach wie vor gerne.
00:34:04: Da hast du tatsächlich im Video ... ...
00:34:07: das Wasser aus dem Hahn in den Glas und aus dem Glas getrunken, um deutlich zu machen.
00:34:12: So, jetzt könnt ihr da doch ... Ich sterb nicht dran.
00:34:16: Und da ist wieder das Trinkwasser, was wir hatten.
00:34:20: Genau, das habe ich auch gehört.
00:34:21: Das ist ja relativ schnell.
00:34:23: nach der Flut, auch wenn die Zeit vorher uns so furchtbar lang erschien.
00:34:27: Hab ich auch gedacht, wenn der Bürgermeister das trinkt, dann machen wir das auch.
00:34:30: Wenn's ihm danach nicht gut geht, dann ist das Schuld.
00:34:34: Wie alles.
00:34:36: Gut.
00:34:37: Jetzt im Wiederbund-Podcast noch mal inzäute.
00:34:43: Und zwar auf die Wiederbund-Kampagne, die uns ja vereint.
00:34:48: Da geht's ja um ganz viel mehr, wie wir schon gelernt haben in der ersten Folge.
00:34:51: Haben wir über die Anfänge was gehört, über die Frage, wie Widerbund jetzt gerade wirkt?
00:34:57: Wie nimmst du das denn?
00:34:59: Mehr als das, was man in der Stadt lesen und sehen kann.
00:35:03: Ja, und am Anfang der Kampagne waren die Reaktionen ja durchaus ambivalent.
00:35:10: Also, weil die kam ja sehr, sehr früh und sehr, sehr schnell.
00:35:17: Und da ... war einigen noch gar nicht unter mentalen Gesichtspunkten nach bunt zumute und dann haben wir schon wieder bunt plakatiert.
00:35:31: Ich glaube, im Nachhinein es war der genau richtige Weg, weil wir diejenigen, die schon wieder Farben sehen konnten, auch ermutigt haben dieses Gefühl, wieder bunt werden zu wollen, auch übertragen haben auf jene, die mental noch nicht in der Lage waren.
00:35:57: Also und an allen Ecken wieder bunt in Schaufenstern und mit Postern und durchaus auch in Mitteilungsblättern.
00:36:07: Das war schon eine top Idee.
00:36:10: Ich wusste am Anfang auch nicht so genau, wie gehst du damit um, weil ich natürlich auch immer wieder gerne ... Nein, nicht gerne, aber die im Blick haben muss, die noch nicht so weit sind.
00:36:23: Die Bevölkerung ist ja da auch durchaus gespalten.
00:36:26: Aber im Nachhinein sage ich, ja, das war der richtige Schritt, das war klasse.
00:36:32: Das hat eine Aussage, weil ich gesagt mittlerweile bei vielen Dingen, die auch sogar eine politische, aber es ist ein Mutmacher gewesen.
00:36:42: Und deshalb ist es gut, wenn wir diese Kampagne noch etwas weiter tragen, weil diesen Mut brauchen wir noch nach vorne zu schauen, weil der Weg noch Länger ist.
00:36:54: Und wie der Bund wirkt ja weiterhin.
00:36:57: Wir haben ja auch schon gehört von Führungen, die man machen kann, wo immer auch im Platz frei ist, noch mal zu schauen, was wurde schon geschafft, was ist da gerade der Stand.
00:37:05: Denn ich glaube, das ist auch ein Ding unserer Zeit.
00:37:09: Wir wollen und müssen informiert sein und hinterfragen, was passiert oder warum manches eben nicht so schnell passiert.
00:37:18: Und da hast du ja uns auch in den letzten Minuten Einblicke gegeben.
00:37:22: Wir sind schon bei der Schlussfrage und die kriegen alle Gäste hier gestellt.
00:37:26: Manche überlegen länger andere Wissen es sofort.
00:37:29: Es ist ganz interessant, das mal zu analysieren.
00:37:30: Und zwar lautet sie, was ist dein persönlicher Meilenstein im Wiederaufbau?
00:37:39: Auch der Bürgermeister überlegte erst mal.
00:37:41: Ja, ich muss in der Tat lange überlegen.
00:37:46: Bei tausend Maßnahmen ... die die Stadt hat.
00:37:50: Genau, musst du eine finden.
00:37:52: Ist es außerordentlich schwierig, genau da die Priorität zu setzen?
00:37:57: Sagen
00:37:57: alle.
00:37:58: Die
00:37:58: kann nicht richtig sein.
00:38:01: Jedenfalls nicht für alle.
00:38:02: Jetzt war mein Anspruch nie, es allen recht zu machen.
00:38:07: Ich glaube, dass der wesentliche Meilenstein sehr früh, ich habe damit begonnen, sehr früh gesetzt wurde, nämlich die Inbetriebnahme.
00:38:20: der Schulen an Ort und Stelle.
00:38:24: Da noch mal kurz zur Erklärung, wer das nicht weiß.
00:38:26: Es gibt hier bei uns Schulen, um die kümmert sich der Landkreis, der Kreis Ahrweiler, zum Beispiel das Ahr-Gymnasium.
00:38:33: Dann gibt es aber auch die Grundschule Bad Neuenahr oder die Grundschule in Ahrweiler oder auch die Erich-Kestner Realschule.
00:38:38: Da liegt die Zuständigkeit bei der Stadt Bad Neuenahr Ahrweiler.
00:38:42: Und am Anfang gerade für ... Die Kleinsten, da sind ja zwei Grundschulen gewesen und die EKS, für die Kleinsten wieder Normalität möglich zu machen.
00:38:58: Und wenn wir alle Kitas gebaut haben, dann wird das nochmal ein echter Meilenstein sein.
00:39:04: Das wird noch eine Zeit lang dauern.
00:39:09: Aber was ist mir am wichtigsten, ist schwierig.
00:39:14: Ich glaube dafür, Schwirren bei mir im Kopf zu viele Projekte, um zu sagen, das ist das wirklich Wichtigste, dass wir jetzt mit dem Twin weiter machen können, weil wir wissen, was wir wollen und wie es weitergeht.
00:39:31: Das ist wichtig, das ist wichtig für viele Menschen, dass die Aussage klar ist, die Termen kommen wieder, ist für viele Menschen sehr, sehr wichtig.
00:39:42: Andere Natürlich eine andere Nutzergruppe.
00:39:46: Und ich freue mich auf die Einweihung des Gebäudes auf dem Artorfriedhof.
00:39:59: Das freut mich insbesondere auch als gläubiger Christ, weil sie in der Architektur für mich das zum Ausdruck bringt, was Sterben bedeutet, nämlich den unmittelbaren Bezug.
00:40:15: zum Himmel und den werden wir in diesem Gebäude spüren können, weil wir unmittelbar über dem Platz, wo der Sarg oder die Ohne platziert wird in der Halle, eine Lichtöffnung nach oben haben.
00:40:34: Also auch das, das sind so kleine Dinge, die einen im Ergebnis froh machen können, wo man auch in meiner Arbeit immer eine kleine Botschaft mitschicken kann.
00:40:50: Und darüber freue ich mich.
00:40:52: Aber... Ein einziges Momentum, wo ich sage, das ist es jetzt.
00:40:58: Ja, da
00:40:59: bist du halt doch auch Politiker durch und durch, denn egal welchen Politiker man diese Frage stellt, fokussieren sie sich auf einen Punkt.
00:41:08: Doch man hört mehrere, aber die sind ja auch wichtig.
00:41:10: Vielen Dank dafür.
00:41:11: Und damit sind wir am Ende dieser Folge unserer Spezialfolge mit unserem Bürgermeister Gido Orten.
00:41:17: Vielen Dank, dass du dabei warst.
00:41:20: Vielen Dank, Marius.
00:41:22: Wieder bunt.
00:41:22: Dieser Podcast entsteht im Auftrag der Stadt Bad Neuen AR Weiler, gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder.
00:41:31: Host ist Marius Reichardt, Produktion André Schildt, Redaktion Katharina Herrscher, Christian Publik und Selina Tesche von der Artal
00:41:42: Marketing GmbH.
00:41:44: Habt ihr Fragen,
00:41:45: Wünsche,
00:41:45: Anregungen?
00:41:46: Schreibt uns an.
00:41:48: Widerbundetartal.de.
00:41:53: Unsere vierte Folge, die könnt ihr wie immer am letzten Freitag des Monats hören, überall dort, wo es Podcast gibt.
00:41:59: Und darin geben wir euch ein Update zu den Brücken hier bei uns in der Stadt.
00:42:04: Und da ist eine dabei, die wird euch überraschen,
00:42:06: die kann sich
00:42:07: bewegen.
00:42:08: Mehr dazu in der nächsten Folge von Widerbund, der Wiederaufbau
00:42:11: Podcast.
Neuer Kommentar